Leiborientierte Hochschullehre
in der Sozialen Arbeit
Hochschullehre hinsichtlich einer Betonung leiblicher Aspekte weiter zu entwickeln und zu evaluieren – zu diesem Thema wird von der ‚Stiftung Innovation in der Hochschullehre‘ ein Projekt an der EVHN gefördert. In Kooperation mit Lehrenden der Hochschule Kempten und der Dualen Hochschule Sachen (Breitenbrunn) werden Übungen entwickelt, die es Hochschullehrenden niedrigschwellig erlauben, unter anderem eine leiborientierte Entwicklung von Gestaltungskompetenz und Naturverbundenheit in ihren Lehrveranstaltungen zu realisieren. Auch digitale Formate und Lehren im Freien werden dabei in den Blick genommen.
Ausgangspunkt für den Fokus auf das leibliche Erleben sind Theoriebezüge erschiedener Fachdiskurse, wie die Leibphänomenologie Merleau-Pontys (1966), Plessners Ausführungen (1982) und die Arbeit von Breuer (2019) (weitere Ausführungen entnehmen Sie dem Abschnitt "Informationen zum Forschungsprozess").
In dem Projekt soll nicht nur eine konzeptionelle Fundierung von leiborientierter Hochschullehre im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (UNESCO 2021) erfolgen, sondern auch empirisch ausgelotet werden, unter welchen Bedingungen sich Studierende der Sozialen Arbeit darauf einlassen. In einem hierzu ausgerichteten Seminar wird das Projektthema zusätzlich gemeinsam mit Studierenden als Ideengeberinnen und -gebern bearbeitet.
Projektverantwortlich: Prof. Dr. Katrin Valentin
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Nathalie Schrodi
Wir danken allen Beteiligten, insbesondere Frau Prof. Dr. Andrea Zeus, für die Unterstützung!
Bild: Freepik yanalya
Weitere Informationen zum Projekt >>
Ziel des Projektes ist es, Hochschullehre hinsichtlich einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (UNESCO 2021) weiterzuentwickeln und dabei ein innovatives Lehr-Lern-Konzept zur Betonung leiblicher Aspekte einer BNE zu erarbeiten und zu evaluieren. Dabei sollen mehrere Übungsrepertoires entwickelt werden, die es Hochschullehrenden niedrigschwellig erlauben, unter anderem eine leiborientierte Entwicklung von Gestaltungskompetenz (de Haan 2008) und Naturverbundenheit (in Anlehnung an Geng et al 2015) in ihren Lehrveranstaltungen zu realisieren – auch in digitalen Formaten.
In dem Projekt soll nicht nur eine konzeptionelle Fundierung von leiborientierter Hochschullehre im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung erfolgen, sondern auch empirisch ausgelotet werden, unter welchen Bedingungen sich Studierende auf eine solche im Rahmen des Studiums der Sozialen Arbeit einlassen. In einem hierzu ausgerichteten Seminar wird das Projektthema zusätzlich gemeinsam mit Studierenden als Ideengeber:innen bearbeitet.
Inzwischen wurden bereits 122 Übungen zusammengetragen und in einer Datenbank aufbereitet. Sie lassen sich den Kategorien "Auflockerung & Ankommen", "Kurzer inhaltlicher Impuls", "Körpersprache & Raumaneignung", "Reflexion" und "Abstraktes erfahrbar machen" einteilen. Zum Teil wurden Sie mit Studierenden entwickelt, zum Teil verschiedenen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit entnommen und zum Teil in Kollegenteams - auch mit Unterstützung von generativer KI - generiert.
Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Wahrung der Grenzen der beteiligten Personen und einer Reflexion des Verständnisses von Normalität im Umgang mit Körperlichkeit. Dies schlägt sich nicht nur in der Konzeptentwicklung nieder. Es wird derzeit eine eigene Broschüre für den Einsatz von Übungen im Kontext von Schulungen zur Prävention gegen sexualisierte Gewalt erstellt. Zudem werden bei der Aufbereitung der Übungen Varianten angeboten, die eine Mitwirkung auch für Menschen mit z.B. körperlichen Einschränkungen ermöglichen.
Die Projektlaufzeit erstreckt sich von April 2025 bis März 2027.

Informationen zum Forschungsprozess >>
Der wissenschaftliche Beitrag des Projektes wird zum einen in einer theoretisch fundierten Konzeptentwicklung einer leiborientierten Hochschullehre im Sinne einer Bildung für nachhaltigen Entwicklung liegen und zum anderen in der Bereitstellung von Evaluationsinstrumenten und -ergebnissen zu einzelnen Übungen sowie Übungsclustern.
Es werden drei Repertoires für Übungen im Sinne einer leiborientierten Hochschullehre vorliegen, die in verschiedener Hinsicht Wirkung entfalten sollen (z. B. Entwicklung von Kompetenzen bei Studierenden, subjektive Naturverbundenheit, Bearbeitung von Aushandlungsprozessen in Bezug auf Nähe und Distanz, Stärkung des Selbstgefühls, Differenzierung der Körpersprache u.a.). Ob von einer Wirksamkeit der Übungen auszugehen ist, wird durch eine Evaluation nach dem erlebnisorientierten Ansatz (Bortz/Döring 2014, S. 997 ff.) in einem Mixed-Method-Ansatz bei den Lehrenden und Studierenden überprüft. Hierzu werden auf die jeweiligen Wirkungsannahmen zugeschnittene standardisierte Fragebogenerhebungen sowie Leitfaden-Interviews mit Lehrenden durchgeführt (Kruse 2014, S. 206).
In dem Projekt werden zum Zwecke der Evaluation eigene Erhebungsinstrumente entwickelt. Hierbei kann auf eine bereits erfolgte empirische Vorstudie (Zeus & Valentin 2025) zurückgegriffen werden. Diese liefert Daten für eine Itemselektion für die Fragebogenentwicklung.
Neben der übungsbezogenen Evaluation liegt das Augenmerk auf der Frage, unter welchen Bedingungen sich Studierende auf leiborientierte Hochschullehre einlassen. Auch hierzu konnten in der Vorstudie bereits einige Gesichtspunkte in einem explorativen Vorgehen ausgemacht werden (Zeus & Valentin 2025). Neben der quantitativen Fragebogenerhebung werden hierzu auch Gruppeninterviews durchgeführt (Kruse 2014, S. 189).
Veranstaltungen und Publikationen
Veranstaltungen
Am Ende des Projektes finden Sie hier die Informationen zur Abschlusstagung.
Im Kontext des Projektes gibt es zahlreiche interne Treffen zum Zwecke des Austauschs und der Projektorganisation. Dabei arbeiten wir unter anderem auch mit Wissenschaftler:innen der Universität PIASS aus Ruanda zusammen.
Publikationen (in Planung)
Valentin, Katrin & Schrodi, Nathalie (2026): Leiborientierte Hochschullehre in der Sozialen Arbeit. In: Sozialmagazin (bisher unveröffentlichtes Manuskript).
Valentin, Katrin (2026): Leiborientierte Hochschullehre im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Konzeptionelle Überlegungen (bisher unveröffentlichtes Manuskript).
Vorstudie:
Zeus, Andrea & Valentin, Katrin (2025): Position beziehen! Potentiale leiborientierter Übungen als Beitrag zur Förderung demokratischer Kompetenzen – eine Exploration im Rahmen der Hochschullehre. In: Motorik, Heft 2/2025, S. 80-89.
Projektteam
zukunftsorientiert.
nachhaltig.
persönlich.
zukunftsorientiert.
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